Wenn das Nervensystem endlich Pause macht
In sehr vielen meiner Beiträge schreibe ich darüber, wie wir über den Körper, den Atem und die Hypnose aus dem Kopf-Karussell aussteigen und alte emotionale Knoten lösen können. Und wenn der Sturm sich legt, bleibt am Ende oft eines: Stille.
Und genau vor dieser Stille haben viele von uns im Grunde ihres Herzens Angst.
Als die Stille plötzlich laut wurde: Die erste Phase des Burnouts
Wenn ich an die Anfangszeit meines Burnouts zurückdenke, war Stille für mich kein ersehnter Zustand – sie war schlicht unerträglich. Damals „fehlte“ plötzlich etwas: der nervige Job, die anstrengenden Kolleginnen, das ständige Telefongebimmel, das den Tag „strukturiert“ hatte. Dieser abrupte Wegfall des äußeren Lärms hat mich fast verrückt gemacht. Das System war so auf Daueralarm und Überlebensmodus geeicht, dass die plötzliche Leere sich bedrohlich anfühlte.
Um überhaupt nach draußen in den Garten zu gehen oder den Alltag zu bewältigen, konnte ich mich oft nur durch ein Paradox schützen: Ich habe mir Kopfhörer aufgesetzt und mir extrem laute Musik auf die Ohren gedrückt. Das war meine Art, den unerträglichen Lärm und die klaffende Leere da draußen auszublenden – ein künstlicher Panzer aus Schall. Alles andere war damals schlicht nicht auszuhalten. Verrückt, oder?
Heute sieht mein Leben anders aus – und doch ist das Nervensystem geblieben, wie es ist. Vieles um mich herum empfinde ich noch immer als anstrengend, als zu laut, zu grell. Wenn ich über einen für mich längeren Zeitraum mit Menschen zusammen bin – und das kann nach zwei oder drei Stunden schon erreicht sein –, bin ich absolut k.o. Es fühlt sich an wie ein körperlicher Kater: Erschöpfung, Überreizung, leer.
Um mich davor zu schützen, habe ich lange zu Hilfsmitteln gegriffen und trage oft Ohrenstöpsel, auch wenn mir bewusst ist, dass das dauerhaft keine medizinische oder gesunde Universallösung sein kann.
Der Wandel: Von der lauten Flucht zur echten inneren Ruhe
Genau aus dieser tiefen eigenen Erfahrung heraus weiß ich, was es bedeutet, wenn ein hochsensibles, überlastetes Nervensystem nach Schutz ruft. Und genau deshalb hat Stille in meiner Arbeit heute eine so fundamentale Bedeutung.
Wenn Klienten zu mir kommen, erleben sie oft einen Raum, der genau das Gegenteil von dem ist, was die laute Welt bietet: In meiner Arbeit – sei es in den Audios oder in den Sessions – arbeite ich meistens ganz bewusst ohne Hintergrundmusik.
Keine sanften Klavierklänge, kein „Entspannungs-Gedöns“, das das System am Ende doch wieder berieselt und ablenkt. Nur die Präsenz und die klare, ruhige Stimme. Das mag im ersten Moment ungewohnt oder sogar nackt wirken, weil der Raum plötzlich da ist. Doch erst in dieser echten Stille fängt das Nervensystem an, wirklich hinzuhören. Nicht auf das, was von außen kommt, sondern auf das, was in ihm selbst los ist.
Stille ist kein Zustand – sie ist ein Schutzraum
Echte Stille bedeutet nicht, dass die Welt um uns herum verstummt. Sie bedeutet, dass im Inneren die Alarmglocken leiser werden dürfen.
Wenn wir lernen, diesen Raum auszuhalten – Schritt für Schritt, ohne Druck –, passiert etwas Wundersames: Die Stille hört auf, bedrohlich zu sein. Sie wird zu dem, was sie eigentlich sein soll: ein nährender, sicherer Hafen für ein müdes System.
Du sehnst dich nach echter Stille und einem sicheren Raum, in dem dein überreiztes Nervensystem endlich durchatmen darf – ganz ohne Reizüberflutung?
In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wie du wieder in deine Kraft kommst und welche meiner Formate dir den Raum geben, den du gerade brauchst.
Wie ist das bei dir? Kannst du Stille gut aushalten oder überfordert sie dich manchmal, weil dann all die unausgesprochenen Gedanken hochkommen? Ich bin sehr gespannt auf deine Erfahrungen!

